„Feldpostbriefe – Briefe aus dem Krieg“
Der Heimatverein, genauer gesagt, Ulrich Hengemühle und Herman-Josef Holthausen, haben sich in einem Projekt intensiv mit der lokalen Geschichte während der Kriegszeiten auseinandergesetzt.
Der Infovortrag am 07.04.2026 wurde vom 16 Personen besucht.
Und egal, ob es sich um den Deutsch-Französischen Krieg um 1870/71, dem 1. oder 2. Weltkrieg handelt, eines ist immer gleich:
Die Briefe offenbaren die Diskrepanz zwischen der offiziellen Kriegspropaganda und der Realität an der Front.
Es wurden Feindbilder geschaffen, der Heldentod für das Vaterland hochgepriesen und die Soldaten an der Front erlebten, Hunger, Kälte, Angst und menschenunwürdige hygienische Verhältnisse im Schützengraben, Lazarett oder im Kriegsgefangenenlager.
Da die Feldpostbriefe kontrolliert bzw. auch zensiert wurden, schrieben die Soldaten eher mutmachende Worte für die Familien zuhause. Doch zwischen den Zeilen, konnte man auch Verzweiflung raushören.
So schrieb ein Rekener Unteroffizier die Worte: „Ich habe vom Kriegsschauplatz genügend gesehen …“ Ruhm und Ehre verblassen schnell, wenn Blut und Schlamm den Alltag bestimmen.
Die Briefe, einst von Zittern, Dreck und Sehnsucht befleckt, erzählen mehr als manches Lehrbuch. Die Briefe geben aber auch Aufschluss darüber, wie Propaganda und Ideologie aus jungen Menschen Täter formten. Täter, die für das „In Brand setzen“ eines „feindlichen Dorfes“, eine Belobigung vom Vorgesetzen bekamen und das stolz im Brief nach Hause erwähnten.
Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit offenen Augen.
In Kriegen gewinnen immer nur die, die ihn anzetteln, aber selbst nicht an der Front stehen. Alle anderen können nur verlieren.
Beim Heimatverein kann man bei mehr Interesse eine Broschüre bekommen, die genauer die Schicksale von Rekener Soldaten und deren Familien beschreibt.


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